Kompost-Krabbeln mit Fruchtfliegen

Bisher verläuft mein Experiment gut. Meine Rohkostphase hat sich offensichtlich rumgesprochen und meine Küche ist zu dem Szene-Treffpunkt schlechthin geworden: Als ich am Mittwoch nach Hause kam, hatten sich viele, viele Fruchtfliegen zur allgemeinen Verköstigung in meine Küche geladen. Okay, bei dem heißen Wetter und ohne Kühlschrank in der Wohnung war das absehbar. Also hab ich den Biomüll, den ich bei der Hitze schon jeden Abend runter bringe, direkt noch mal entleert und die Arbeitsfläche, alle Schneidebretter und Messer und natürlich auch mein wichtigstes Werkzeug, den Mixer, akribisch abgeschrubbt. Gegen die anwesenden Gäste konnte ich sonst erstmal nichts tun, da kein Essig mehr im Haus war und zum Einkaufen die Zeit fehlte. Nach der Arbeit sollte es nämlich direkt zum Bahnhof gehen, um den letzten Nordeich-Mole-Express bis Leer noch zu erreichen. Ich musste meinen Tagesvorrat an Smoothies vorbereiten.

Und dann ist es passiert: der Zerschredder-Aufsatz von meinem Mixer war verschwunden. Einfach weg. Ich hab gesucht und gesucht. Nur den Mahlaufsatz war auffindbar. Logisch gesehen konnte der Mixer nicht weit sein, schließlich hatte ich ihn nur in der Küche benutzt und die Wohnung hatte er bisher auch noch nicht verlassen. Also habe ich alles durchsucht. In meiner Zeitnot habe ich das Suchen gleich mit Rucksack packen und Ordnung schaffen verbunden, aber auch als alles aufgeräumt war, war der Mixer immer noch verschwunden. Langsam hatte ich Panik, keine Zeit, kein Essen, der grad erst neue Mixer unvollständig und ich wiederhole noch mal – kein ESSEN! Ohne Smoothies hätte ich kaum eine Chance gehabt als Rohköstlerin in einer Welt voller Bäcker, Supermärkte und Imbisse und einem Arbeitplatz voller Kuchen und Schlickereien zu bestehen.

Nach scharfem Nachdenken ist mir dann aber plötzlich die einzige logische Lösung gekommen: ich musste den Aufsatz aus Versehen mit dem Biomüll auf dem Komposthaufen unseres Hauses mit ca. 8 Wohnparteien geworfen haben. Bei über 30° blieb mir keine andere Wahl als mit einen Tuch um Mund und Nase gegen den Gestank, dazu Handschuhe und festes Schuhwerk in dem Haufen aus verwesenden Speiseresten zu suchen!

Aber: Er war nicht da. Während ich im Reste-Bio-Matsch stand und meinen Brechreiz unterdrückte (der Gestank konnte vom Tuch nicht abgehalten werden) kam mir ein zweiter auch gar nicht mal so unplausibler Lösungsansatz: Ich hatte die letzten zwei Tage – ohne es zu Merken – mit dem Mahlaufsatz gearbeitet. Und der richtige Mixer für das Verarbeiten von Obst hat mein Elternhaus nie verlassen.

Ich rief meine Mutter an und fragte nach. Sie bestätigte die zweite Vermutung.

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Der Personal Blender und meine eigene Challenge

So, ich bin hier jetzt Gastbloggerin – ich traue mich nämlich an meine eigene Rohkost-Challenge! Vom 22.07 bis zum 10.08.13 werde ich mich dem Experiment anschließen und gucken, was es für mich bedeutet. Nachdem ich erst vor kurzen eine 30-tägige Vegan-Vollwertzeit absolviert habe, wurde ich von meiner lieben Familie in Ostfriesland angefixt. Und als ich den Personal Blender als vorzeitiges Geburtstagsgeschenk von allen zusammen bekommen habe, war für mich klar; das muss ich auch mal ausprobieren!

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Gastbloggerin Ebba startet ihr eigenes Rohkost-Experiment

Zur vegetarischen Ernährung kam ich als erste Ludwig schon als Kind und in jugendlichen Alter entwickelte ich recht schnell vegane Ambitionen, allerdings ausschließlich aus moralischen Gründen. Die Ernährungsumstellungen, die ich jetzt mache werden primär von meiner Neugier geleitet. Ich habe keinerlei Bücher darüber gelesen und mein Wissen über Rohkost beschränkt sich auf das, was man automatisch mitbekommt, wenn man in so einer Familie wie meiner aufwächst.

Gestern morgen gings los; ich bin erst am Sonntag wieder zu Hause angekommen und musste also einkaufen. Etwas planlos bin ich dann erstmal in den Bioladen um die Ecke und habe mich mit Bananen, Weintrauben, Aprikosen, Äpfeln, Kiwis, Erdbeeren und einer richtig schön reifen Mango eingedeckt. Insgesamt hab ich 18 Euro für Obst ausgegeben, von dem jetzt schon die Hälfte weg ist. Demnächst werd ich wohl nicht mehr alles im Bioladen kaufen. Ich hab mich mir dann einige – ich glaub es waren 4 – Smoothies über den Vormittag verteilt gemacht, zum einen weil sie einfach unglaublich lecker sind und zum anderen, weil ich die ganze Zeit Angst vor Hunger und/oder einem Fressflash hatte. Zur Arbeit hab ich mir dann Sicherheitshalber auch nochmal 2 mitgenommen und mich auf dem Weg noch mit 500g Nüssen eingedeckt. Das Resultat meines ersten Tages: Ich war den ganzen Tag richtig satt und schon so überfüttert, dass ich mir Abends noch nichtmal die Mango machen konnte, die ich mir extra aufbewahrt hab.

Heute muss ich mir dann noch Grünzeug anschaffen, das scheint ja ein elementarer Bestandteil eines guten Smoothies zu sein und auf meinem Balkon wächst nur eine kleine Minzpflanze, etwas Maggiekraut und Frauenmantel, alles nicht wirklich geeignet. Mal gucken was ich so finde!

…. übrigens; ich weiß nicht ob es an der Rohkost oder am Wetter liegt, aber ich bin heute um halb 7 super fit aufgewacht, obwohl ich gestern recht lang noch wach war und normalerweise auch gern bis 10 schlafe. Ich behalt das mal im Auge!